Wenn du gerade nicht mehr kannst
Du musst nichts erklären, um dort anzurufen.
- Notruf 112 Bei akuter Gefahr, für dich selbst oder für jemanden neben dir.
- TelefonSeelsorge 116 123 Kostenlos, anonym, rund um die Uhr.
- TelefonSeelsorge 0800 111 0 111 Dieselbe Beratung unter einer zweiten Nummer.
- krisenchat Chat für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre, rund um die Uhr.
- [U25] Onlineberatung für junge Menschen unter 25, begleitet von etwa Gleichaltrigen.
- Hilfefinder der DGS Anlaufstellen in deiner Region, filterbar nach Alter und Anliegen.
Du machst dir Sorgen um jemanden
Wenn du das Gefühl hast, dass mit einem Menschen etwas nicht stimmt, dann hast du meistens recht. Sprich ihn an. Such dir einen Moment, in dem ihr nicht gestört werdet, sag ihm, was dir aufgefallen ist, und frag direkt nach.
Ich mache mir Sorgen um dich. Denkst du daran, dir das Leben zu nehmen?
Diese Frage löst keine Suizidgedanken aus. Wer sie hört, merkt, dass jemand hinsieht und das Thema aushält. Für viele Menschen ist das der erste Moment seit langem, in dem sie nicht mehr allein damit sind.
Zuhören braucht kein Studium. Du musst nichts lösen, nichts widerlegen, keine Argumente für das Leben sammeln. Bleib da, frag nach, nimm ernst, was du hörst. Wenn es akut wird, ruf gemeinsam mit ihm eine der Nummern oben an oder geh mit ihm in die nächste psychiatrische Klinik.
Wenn du dabei selbst an deine Grenze kommst, hol dir Unterstützung. Sorge trägt sich schlecht allein.
Angebote für Angehörige
- TelefonSeelsorge 116 123 Auch für Menschen, die sich um jemanden sorgen.
- SeeleFon 0228 710 024 24 Beratung des Bundesverbands der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen.
- AGUS Angehörige um Suizid Selbsthilfegruppen für Menschen, die jemanden durch Suizid verloren haben.
- BeSu Berlin Beratung für suizidbetroffene An- und Zugehörige in Berlin.
Mein Weg
Ich heiße Marco Krille, ich lebe in Berlin und ich rede über Suizidprävention, weil ich das Thema von innen kenne. In meinem Umfeld sind Menschen durch Suizid gestorben, unter anderem mein Vater. Ich war selbst mehrmals in schweren Krisen.
Rausgekommen bin ich nicht allein. Geholfen haben Menschen, die geblieben sind, als es schwierig wurde, eine Behandlung, die mir Zeit gelassen hat, und die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, die mir einen Ort gegeben hat, an dem ich wieder anfangen konnte. Es hat gedauert. Es ist besser geworden.
Heute arbeite ich als Fachkraft für Betriebliches Gesundheitsmanagement, unterstütze das Projekt Mutpost und bin im Berliner Umfeld der Suizidprävention aktiv, unter anderem mit der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention, der Caritas im Erzbistum Berlin und der Ärztekammer Berlin. Ich lebe mit FASD und mit depressiven Phasen. Beides gehört dazu, beides hindert mich nicht daran, ein Leben zu führen, das ich mag.
Was ich weitergeben will, ist eigentlich nur eine Sache. Der Zustand, in dem alles ausweglos aussieht, fühlt sich endgültig an. Er ist es nicht.
Leben mit FASD
FASD steht für Fetale Alkoholspektrumstörung. Sie entsteht vor der Geburt, wenn während der Schwangerschaft Alkohol getrunken wird, und sie bleibt ein Leben lang. Betroffen ist vor allem das Gehirn.
Im Alltag heißt das bei mir Schwierigkeiten mit Konzentration und Impulskontrolle, schnelle Reizüberflutung und Planung, die mich mehr Kraft kostet als andere. Man sieht mir nichts davon an. Das ist der Punkt, an dem es anstrengend wird, weil Menschen Verhalten oft als Faulheit oder Unwillen lesen, wo eine angeborene Schädigung dahintersteckt.
Über FASD sprechen meistens Fachleute oder Pflege- und Adoptiveltern. Erwachsene Betroffene, die selbst erzählen, wie sich das anfühlt, hört man selten. Deshalb tue ich es.
- FASD Deutschland e.V. Bundesweiter Verein mit Informationen, Ansprechpartnern und regionalen Selbsthilfegruppen.
- Selbsthilfegruppen in Deutschland Übersicht der Gruppen, die Treffen sind kostenfrei.
- Netzwerk FASD Fachstellen, Diagnostik für Erwachsene und Beratung, sortiert nach Region.
- FASD Fachzentrum Hamburg Beratung und Begleitung von Erwachsenen auf dem Weg zur Diagnostik.
Auf Instagram
Dort poste ich regelmäßig zu Suizidprävention, psychischer Gesundheit und dem, was mir im Versorgungssystem begegnet. Persönlich, ohne Ratgeberton.
- @mentalhealth_marcokrille Suizidprävention, Marco Krille.
Presse und Anfragen
Marco Krille lebt in Berlin und klärt über Suizidprävention und psychische Gesundheit auf. Er spricht aus eigener Erfahrung, als Betroffener psychischer Krisen und als Angehöriger nach Suiziden im eigenen Umfeld. Beruflich ist er Fachkraft für Betriebliches Gesundheitsmanagement. Er unterstützt das Projekt Mutpost und arbeitet im Berliner Umfeld der Suizidprävention mit, unter anderem mit der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention, der Caritas im Erzbistum Berlin und der Ärztekammer Berlin. Er lebt mit FASD und spricht über diese Behinderung aus der Innenperspektive.
Themen für Interviews
- Suizidprävention aus Sicht eines Betroffenen und Angehörigen
- Was in einer Krise wirklich geholfen hat und was nicht
- Wie Angehörige ansprechen, ohne zu zerbrechen
- Leben mit FASD als Erwachsener
- Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz und im BGM
- Berichterstattung über Suizid, was sie auslöst und was sie verhindern kann
Bisher erschienen
Beiträge bei Bethel, der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, dem Michaelsbund und in aus.sicht.
Kontakt
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