Wenn du gerade nicht mehr kannst

Du musst nichts erklären, um dort anzurufen.

Du machst dir Sorgen um jemanden

Wenn du das Gefühl hast, dass mit einem Menschen etwas nicht stimmt, dann hast du meistens recht. Sprich ihn an. Such dir einen Moment, in dem ihr nicht gestört werdet, sag ihm, was dir aufgefallen ist, und frag direkt nach.

Ich mache mir Sorgen um dich. Denkst du daran, dir das Leben zu nehmen?

Diese Frage löst keine Suizidgedanken aus. Wer sie hört, merkt, dass jemand hinsieht und das Thema aushält. Für viele Menschen ist das der erste Moment seit langem, in dem sie nicht mehr allein damit sind.

Zuhören braucht kein Studium. Du musst nichts lösen, nichts widerlegen, keine Argumente für das Leben sammeln. Bleib da, frag nach, nimm ernst, was du hörst. Wenn es akut wird, ruf gemeinsam mit ihm eine der Nummern oben an oder geh mit ihm in die nächste psychiatrische Klinik.

Wenn du dabei selbst an deine Grenze kommst, hol dir Unterstützung. Sorge trägt sich schlecht allein.

Angebote für Angehörige

Mein Weg

Marco Krille im Anzug, mit der grün-gelben Schleife der Suizidprävention am Revers
Dieses Portrait ist mit KI erstellt.

Ich heiße Marco Krille, ich lebe in Berlin und ich rede über Suizidprävention, weil ich das Thema von innen kenne. In meinem Umfeld sind Menschen durch Suizid gestorben, unter anderem mein Vater. Ich war selbst mehrmals in schweren Krisen.

Rausgekommen bin ich nicht allein. Geholfen haben Menschen, die geblieben sind, als es schwierig wurde, eine Behandlung, die mir Zeit gelassen hat, und die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, die mir einen Ort gegeben hat, an dem ich wieder anfangen konnte. Es hat gedauert. Es ist besser geworden.

Heute arbeite ich als Fachkraft für Betriebliches Gesundheitsmanagement, unterstütze das Projekt Mutpost und bin im Berliner Umfeld der Suizidprävention aktiv, unter anderem mit der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention, der Caritas im Erzbistum Berlin und der Ärztekammer Berlin. Ich lebe mit FASD und mit depressiven Phasen. Beides gehört dazu, beides hindert mich nicht daran, ein Leben zu führen, das ich mag.

Was ich weitergeben will, ist eigentlich nur eine Sache. Der Zustand, in dem alles ausweglos aussieht, fühlt sich endgültig an. Er ist es nicht.

Leben mit FASD

FASD steht für Fetale Alkoholspektrumstörung. Sie entsteht vor der Geburt, wenn während der Schwangerschaft Alkohol getrunken wird, und sie bleibt ein Leben lang. Betroffen ist vor allem das Gehirn.

Im Alltag heißt das bei mir Schwierigkeiten mit Konzentration und Impulskontrolle, schnelle Reizüberflutung und Planung, die mich mehr Kraft kostet als andere. Man sieht mir nichts davon an. Das ist der Punkt, an dem es anstrengend wird, weil Menschen Verhalten oft als Faulheit oder Unwillen lesen, wo eine angeborene Schädigung dahintersteckt.

Über FASD sprechen meistens Fachleute oder Pflege- und Adoptiveltern. Erwachsene Betroffene, die selbst erzählen, wie sich das anfühlt, hört man selten. Deshalb tue ich es.

Auf Instagram

Dort poste ich regelmäßig zu Suizidprävention, psychischer Gesundheit und dem, was mir im Versorgungssystem begegnet. Persönlich, ohne Ratgeberton.

Presse und Anfragen

Marco Krille lebt in Berlin und klärt über Suizidprävention und psychische Gesundheit auf. Er spricht aus eigener Erfahrung, als Betroffener psychischer Krisen und als Angehöriger nach Suiziden im eigenen Umfeld. Beruflich ist er Fachkraft für Betriebliches Gesundheitsmanagement. Er unterstützt das Projekt Mutpost und arbeitet im Berliner Umfeld der Suizidprävention mit, unter anderem mit der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention, der Caritas im Erzbistum Berlin und der Ärztekammer Berlin. Er lebt mit FASD und spricht über diese Behinderung aus der Innenperspektive.

Themen für Interviews

Bisher erschienen

Beiträge bei Bethel, der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, dem Michaelsbund und in aus.sicht.

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